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„Wir leben vom Ausliefern und nicht vom Lagern“

Berner-Unternehmensgruppe Künzelsau setzt auf Witron-DPS

Foto: Witron

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Das neue Logistikzentrum der Albert Berner Deutschland GmbH in Künzelsau ermöglichte einen signifikanten Ausbau der Lager- und Kommissionierkapazitäten im Zentrallager der deutschen Vertriebsgesellschaft der Berner Gruppe. Das Behälter-Kommissioniersystem DPS des Parksteiner Generalunternehmers Witron Logistik + Informatik GmbH sorgt dabei für optimale Logistikprozesse und trägt zu einer nachhaltigen Leistungssteigerung in einem äußerst wettbewerbsintensiven Marktumfeld bei.

Die Berner Unternehmensgruppe zählt zu den europaweit führenden Direktvertreibern im Kleinteilegeschäft für die professionelle Anwendung im Bau- und Kfz-Handwerk sowie der Industrie. Eine effiziente internationale Lieferkette spielt für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens eine ganz entscheidende Rolle. Durch den Ausbau der Lager- und Kommissionierkapazitäten am Standort Künzelsau schaffte Berner die Basis für eine hoch leistungsfähige Logistik. Herzstück ist das „Dynamic Picking System“ (DPS) von Witron, das sämtlich Lager- und Kommissionierfunktionalitäten in einer modularen und integrierten Systemlösung vereint.

Durchsatz um 80% gesteigert – Fehlerrate und Kosten minimiert
Rund elf Millionen Euro hat Berner in die Erneuerung seiner Logistik investiert. Davon fielen etwa 8,5 Millionen Euro auf den WITRON-Leistungsumfang.  Fast alle der insgesamt 25.000 Berner-Artikel lagern im Logistikzentrum in Künzelsau, rund 1.000 Lieferanten sind in der Logistik angebunden. Die Kommissionierung sämtlicher A- sowie Teile der B-Artikel, dies entspricht gesamt etwa 6.500 verschiedenen Produkten, erfolgt aus dem DPS direkt in Versandkartons, der Nachschub ist komplett automatisiert. Auf diese Weise konnte der Durchsatz im Berner-Logistikzentrum um 80 Prozent gegenüber der Vorgängerlösung gesteigert, die Fehlerquote bezogen auf alle Lieferungen auf eine Quote von 0,04 Prozent gesenkt und der Schichtbetrieb von zuvor eineinhalb auf heute eine Schicht pro Tag reduziert werden. Im Ergebnis sind auch die Logistikkosten deutlich gesunken. Darüber hinaus wurde die Kommissionierleistung bei Berner auf etwa 3.000 Orderlines pro Stunde gesteigert. 

Berner gibt seinen Kunden eine Lieferzusage innerhalb von 24 Stunden ab dem Zeitpunkt des Auftragseingangs im SAP-System. „Die Last-Order-Time spielt in diesem Zusammenhang keine solch zentrale Rolle, weil der Großteil der Bestellungen im Verlauf eines Tages eintreffen“, sagt Herbert Grübel, Leiter der Materialwirtschaft bei der Berner GmbH in Künzelsau. Mit der Verlängerung von 13 auf 15 Uhr  könne man praktisch alle Kundenanfragen bis zum nächsten Arbeitstag erfüllen – ein wichtiges Verkaufsargument in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld. „Der Eilauftrag von früher ist heute unser Normalauftrag. Durch die hohe Dynamik des DPS-Systems können wir die Lieferwünsche unserer Kunden problemlos erfüllen“, so Grübel.

Von zweistufiger Kommissionierung zu Pick-Pack-Lösung – Produktivitätssteigerung im zweistelligen Prozentbereich
In der früher durchgeführten zweistufigen Kommissionierung, bestehend aus einem Hochregallager sowie der Separierung der kommissionierten Artikel auf Auftragsebene, war die Produktivität für Berner nicht immer zufriedenstellend. „Mit der jetzt gemeinsam mit Witron realisierten Produktivitätssteigerung im zweistelligen Prozentbereich können wir uns dagegen nachhaltig von unseren Wettbewerbern differenzieren“, so Grübel. „Das Separieren auf Auftragsebene konnte komplett eingespart werden, somit werden unsere Abläufe schneller und wesentlich effizienter.“ Berner spart dadurch im Prinzip eine komplette Prozeßebene ein.

Die sich verändernden Gängigkeiten der Artikel in Abhängigkeit von der Auftragsstruktur berücksichtigt das DPS automatisch durch deren variable Platzierung in statischen oder dynamischen Behälterkanälen, in Summe sind dies bei Berner 2.200 Stück. Da diese den Zugriff auf die 6.500 verschiedenen Artikel ermöglichen, verkürzen sich die Laufwege der Kommissionierer signifikant. Des Weiteren ermöglicht dieses Prinzip eine äußerst kompakte Lagerung. Gepickt wird in zwei miteinander vernetzten Ebenen an insgesamt 20 Kommissionierplätzen, die von sechs Regalbediengeräten (RBG) mit Lagerware versorgt werden. Im dreigassigen DPS-Behälterlager sind in jeder Gasse jeweils zwei RBG`s integriert, die nicht nur Aus- und Rücklagerfunktionen übernehmen, sondern auch den kontinuierlichen Nachschub der Behälter in den Kommissionierkanälen des DPS sicherstellen. Erweitert wurde auch die Lagerkapazität: Standen vor dem Ausbau 21.500 Paletten- und 57.000 Behälterstellplätze bereit, kann Berner jetzt weitere 2.300 Palettenplätze nutzen. Zusätzlich hat sich die Kapazität des Behälterlagers mit weiteren 55.000 Stellplätzen nahezu verdoppelt.

Wirtschaftlichkeit und Flexibilität hat Ausschlag für DPS gegeben
„Berner und Witron haben sich gemeinsam für die Lösung DPS entschieden, um eine bestmögliche Warenverfügbarkeit an allen Kommissionierplätzen und eine optimale Prozessabwicklung des Gesamtsystems zu garantieren“, sagt Josef Gallersdörfer, als Witron-Prokurist zuständig für das Berner-Projekt. „Im Rahmen des Hochlaufes musste das WITRON DPS-System und das Berner-Altsystem miteinander synchronisiert und trotzdem jeden Tag die volle Leistung aus der Anlage herausgebracht werden. Diese gemeinsame Umsetzung der Aufgabenstellung funktionierte sehr gut, da die Strukturen der beiden Partner auch wirklich zusammenpassen.“ Sowohl Berner als auch Witron sind inhabergeführte, mittelständische Unternehmen mit einem hohen Innovationsgrad und kurzen Entscheidungswegen.

„Wir haben alle aufkommenden Fragestellungen direkt und unkompliziert mit unserem Generalunternehmer Witron gelöst“, bestätigt Berner-Materialwirtschaftsleiter Herbert Grübel die gute Zusammenarbeit. „Bei der Auftragsvergabe fiel die Entscheidung für Witron aufgrund des besten und wirtschaftlichsten Gesamtkonzeptes unter allen Anbietern.  DPS ist das richtige System, um bei unserem Geschäft  die geforderte Leistung zu erreichen. Die Lösung ließ sich hervorragend in die bestehende Berner-Infrastruktur integrieren, so das dass alte Lager auch weiter genutzt werden konnte. Was weiter für DPS sprach, ist die modulare Erweiterbarkeit basierend auf standardisierter Technik. Auch wurde im Rahmen der Projektrealisierung das vereinbarte Budget für die Erneuerung der Logistiklösung exakt eingehalten.“

Die Mitarbeiter können an den DPS-Kommmissionierbahnhöfen sowohl aus Behältern als auch von Palettenbereitstellplätzen direkt in die Versandkartons picken. Damit sichert sich Berner die notwendige Flexibilität, die Systemvorteile des DPS auch bei größeren Veränderungen im aktuell 25.000 Artikel listenden Lieferprogramm ausschöpfen zu können. „Außerdem laufen ja weltweit bereits über 30 DPS-Anlagen in verschiedensten Branchen sehr erfolgreich in der Praxis. Somit hatten wir auch das notwendige Vertrauen in die Technik“, so Grübel.

Eine Herausforderung aus Sicht von Grübel lag in der Absplittung der auch weiterhin genutzten Alt- von der Neuanlage, weil zu diesem Zeitpunkt auch die Bestandsverantwortung auf Witron übergegangen ist. „Ein Schritt, den wir auch intern sehr lange und intensiv diskutiert haben“, so Grübel. „Denn für uns bedeutet dies die Definition einer weiteren Schnittstelle, da Bestände neben dem Berner-LVS- und dem SAP-System nun auch im Witron-System geführt werden müssen.“ Für das Witron-DPS ist diese Bestandsverantwortung jedoch von ganz zentraler Bedeutung, um die Lastverteilung auf die Gesamtanlage effizient durchführen zu können.

Für zukünftige Herausforderungen gewappnet
Mit den Resultaten nach Umsetzung der neuen Logistikstruktur ist Berner sehr zufrieden. „Die Resonanz von Seiten unserer Außendienst-Mitarbeiter ist ausgesprochen positiv“, resümiert Grübel. „Wir konnten eine deutliche Erhöhung der Schnelligkeit unserer Lieferungen gegenüber unseren Kunden erreichen.“ Die Themen Ergonomie und Arbeitshöhe im Kommissionierbereich konnten darüber hinaus optimal für die Anforderungen von Berner gelöst werden. Ein weiterer Zusatznutzen liegt in einem nicht unerheblichen Gewinn an Lagerfläche, die zukünftig für andere Aufgaben effizient genutzt werden kann.

Und auch für zukünftige Herausforderungen sieht sich der Direktvertreiber Berner mit dem DPS gewappnet. „Der Anteil des Internetverkaufs erhöht sich deutlich, das hat natürlich direkte Auswirkungen auf unsere Auftragsstruktur“, erklärt Grübel. Auch die Eröffnung weiterer Shops in der Nähe der Kunden ist eine denkbare Option. „Die Sendungen werden immer kleinteiliger und die Bestellfrequenz erhöht sich – eine flexible und hoch leistungsfähige Logistikstruktur ist in einem solchen Umfeld für uns absolute Grundvoraussetzung, um in diesem Geschäft nachhaltig erfolgreich zu sein. Mit der neuen Logistik können wir den schon hohen Servicegrad für unsere Kunden und somit unseren Marktanteil weiter ausbauen“.

Autor: Thomas Wöhrle, Fachjournalist, Karlsruhe.