Be innovative. Be committed. Be successful.

„Maximum Convenience“ – Logistik-Automatisierung für „migrolino“

Die migrolino AG mit Hauptsitz in Suhr (nahe Zürich / Schweiz) ist eine 100%-Tochter des MIGROS-Genossenschafts-Bundes und betreibt seit 2008 durch individuelle Franchisenehmer kleinere und größere Convenience-Shops unter der Marke „migrolino“. Die Shops befinden sich vorwiegend an Bahnhöfen, in attraktiven Citylagen, Tankstellen oder Raststätten, sind meist 365 Tage im Jahr geöffnet und versorgen Kunden schnell und bequem mit vielem für den täglichen Bedarf: Bekannte Markenprodukte, Frischeprodukte wie Gemüse, Früchte, Milchprodukte, Fleisch, Brote und Sandwiches, alkoholische Getränke, Tabak und ein breites Produktspektrum an Artikeln aus dem Migros Sortiment.

Die internen Prozesse für diesen Geschäftszweig waren bisher auf konventionelle Logistik-Systeme ausgelegt. Aufgrund der aktuellen und zukünftig erwarteten Wachstumsraten fiel die Entscheidung, sämtliche Logistikabläufe der Kleinmengen-Kommissionierung durch die Integration automatisierter Logistik- und Kommissioniersysteme noch effizienter und ergonomischer zu gestalten. Des Weiteren können auf dem neuen System auch Sortimente aus dem MIGROS-Kanal kommissioniert werden.

Den Auftrag für die Planung und Realisierung erhielt der Parksteiner Generalunternehmer WITRON Logistik + Informatik GmbH. Zum Einsatz kommen die Systeme OPM (Order Picking Machinery), DPS (Dynamic Picking System) und ATS (Automated Tote System) sowie ein automatisierter Warenausgangpuffer. Es werden gut 250 Shops in der Schweiz aus einem Sortiment von knapp 3.000 Produkten beliefert. Die produktive Nutzung ist für Herbst 2015 geplant.

Die Anlage ist für eine tägliche Spitzenleistung von 118.000 Picks ausgelegt. Sie wird in das Erdgeschoss und das Untergeschoss des hochmodernen MIGROS-Verteilzentrums in Suhr (MVS) integriert, welches 2002 in Betrieb genommen und 2009 erfolgreich erweitert worden ist. Die Kommissionierung für die über 600 MIGROS-Filialen erfolgt hier durch 28 COM-Maschinen, welche im Jahr 2009 durch WITRON installiert wurden. Das bereits vorhandene Palettenlager mit 84.000 Stellplätzen dient als gemeinsames Nachschublager für das MIGROS-Filialgeschäft sowie für das „migrolino“-Geschäft.

„Im WITRON-Konzept hat uns neben einer hohen Wirtschaftlichkeit vor allem die optimale Vernetzung und Flexibilität aller Anlagen-Komponenten überzeugt“, erklärt Alexander Schweizer, Mitglied der Geschäftsleitung der MIGROS Verteilzentrum Suhr AG (MVS). „So werden im OPM mit fünf COM-Maschinen sowohl Handelseinheiten, verschiedenste Getränke-Formate und Behälter in unterschiedlichen Größen vollautomatisch auf Rollcontainer geschlichtet. Selbstverständlich auch Behälter mit Kundenaufträgen, die kleinvolumige Artikel enthalten und im DPS bereits vorkommissioniert wurden“. Den COM-Maschinen vorgeschaltet ist ein insgesamt zehngassiges AKL mit 44.100 Stellplätzen. Unterstützend hilft die „migrolino“-OPM-Anlage auch bei Auftragsspitzen des MIGROS-Filialgeschäftes. Denn auch diese Aufträge können flexibel über den „migrolino“-Bereich abgewickelt werden. Hierfür erfolgt die Kommissionierung dann auf Europaletten.

Das Behälter-Kommissioniersystem DPS ist in zwei Temperaturzonen aufgeteilt – ungekühlte Trockensortiments-Artikel und gekühlte Frische- bzw. Mopro-Artikel (+ 2 Grad Celsius). Es enthält in Summe 14 Kommissionierarbeitsplätze sowie 20.800 AKL-Behälter-Stellplätze (inkl. der ATS-Stellplätze)

Die ATS-Lösung erfüllt im Wesentlichen zwei Aufgaben. „Zum einen werden eingehende artikelreine Behälterstapel, gefüllt mit Frische-Produkten wie z.B. Salatmenüs, Fertiggerichten, Fleisch- oder Wurstwaren depalettiert, vereinzelt, eingelagert und abschließend vollautomatisch zu filialgerechten Einheiten zusammengestellt. Dies beinhaltet auch das Cross-Docking-Geschäft“, erläutert Alexander Schweizer die Funktionsweise. „Zum anderen werden durch ATS ebenso Auftragsbehälter shop- und tourengerecht gestapelt, die im Frische-DPS bereits vorkommissioniert wurden. Die Auslieferung an die migrolino Shops erfolgt jeweils auf Rollcontainern“.

Ein automatisierter Warenausgangspuffer, modular aufgebaut in verschiedene Temperaturbereiche, optimiert den Versandbereich und stellt den Versandmitarbeitern die Rollcontainer über Rollenbahnen sequenzgerecht, in der richtigen Reihenfolge, „just-in-time“ zur Auslieferung zur Verfügung. „Dies hat den Vorteil, dass die fertig kommissionierten Rollcontainer im richtigen Temperaturbereich zwischengelagert werden können. Es sind somit keine zwei separaten Bereitstellflächen mehr notwendig“, nennt Alexander Schweizer einen zusätzlichen Benefit.

MVS verspricht sich von der Automatisierung der Kleinmengen-Kommissionierung neben einer weiteren Erhöhung von Qualität, Produktivität und Durchsatz ebenso eine nochmalige Steigerung des schon hohen Service-Levels für seine „migrolino“-Kunden. „Und wenn ich mir die gemeinsam mit WITRON erarbeiteten Erfolge in Bezug auf unser Filialgeschäft anschaue, bin ich mir sicher, dass wir auch diese neue, anspruchsvolle Aufgabe erfolgreich stemmen werden“, so Projektleiter Schweizer.