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Hausgerätehersteller BSH führt Staplerleitsystem ITM von WITRON ein

Europas führender Hausgerätehersteller BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH optimiert seine internen Transporte an vielen seiner Lagerstandorte mit dem Staplerleitsystem ITM des Parksteiner Logistikexperten WITRON Logistik + Informatik. Insgesamt nutzen aktuell an 18 Standorten in acht Ländern schon mehr als 1.000 ITM-User die Lösung des Generalunternehmers WITRON. Seit fast 25 Jahren verbindet die beiden Unternehmen eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich der Lagerlogistik.

Bereits seit Anfang der 1990er Jahre vertraut die BSH auf das Logistik-Know-how von WITRON. Zuletzt führte der Hausgerätehersteller mit WITRON das neue Staplerleitsystem ITM (Integrated Transfer Management) an den BSH-Standorten in der Türkei und Russland ein. Beide Länder gehören zu den größten Wachstumsmärkten des Konzerns und arbeiten mit hochmodernen Produktions- und Logistikzentren. Als nächstes stehen weitere Lagerstandorte in Spanien auf dem Plan.

Im September 2003 wurde das ITM-Rollout-Projekt beider Unternehmen am französischen Standort Tournan begonnen. Heute lagern und kommissionieren mittlerweile bereits 18 BSH-Standorte in den Ländern China, England, Frankreich, Polen, Russland, Spanien, Türkei und den USA im Bereich der Fertigprodukte, Produktionsversorgung oder im Kundendienstbereich mit ITM. Die Dialoge auf den Staplerterminals werden dabei aufgrund der Mehrsprachenfähigkeit von ITM immer in der Landessprache dargestellt, so beispielsweise auch in China, wo der Staplerfahrer seine Transportaufträge in chinesischen Schriftzeichen übermittelt bekommt. „Somit werden in unseren umsatzstärksten internationalen Märkten fast zwei Drittel aller BSH-Waren mit ITM bewegt“, erklärt Matthias Fait, Gruppenleiter Materials and Warehouse Management bei BSH. „Dabei liegt die Kommissioniersicherheit im Prinzip bei 100 Prozent, bei einem gleichzeitig sehr hohen Servicegrad für unsere Kunden“.

Insgesamt unterhält der Hausgerätehersteller weltweit 40 Fertigungsstandorte mit angeschlossener Logistik.

 

Nachhaltige Optimierung von Logistik- und Fertigungsbereichen

„Wir wollen in der Lage sein, unsere innerbetriebliche Supply Chain mit einer sehr hohen Flexibilität abzubilden“, verweist Matthias Fait, auf die entscheidende Anforderung aus Sicht des Hausgeräteherstellers: Standorte die auf derselben softwaretechnischen Plattform laufen – SAP-Lagerverwaltung und darunter als flexibles Subsystem das WITRON-Staplerleitsystem ITM: Diese Systemgleichheit hat für uns ganz erhebliche Synergieeffekte – zum  Teil bis hinunter an die Fertigungslinie.“ Denn heute kommen die WITRON-Applikationen bei BSH nicht mehr nur in der Logistik, sondern  - wie am BSH Standort in der Türkei - auch in Bereichen der Fertigung zum Einsatz.

WITRON unterstützt damit die internationale Logistikstrategie des Hausgeräteherstellers. Die intensivere Vernetzung bringt ganz wesentliche Vorteile mit sich. So können nicht nur die logistischen Geschäftsprozesse auf ein hohes Niveau gebracht  werden - auch die Leistungsfähigkeit entlang der gesamten Supply Chain, vom Lieferanten bis hin zum Endkunden der BSH steigt weiter an. Doch die Systemgleichheit bringt für BSH noch weitere Vorteile. So findet seitens der BSH ein transparenter Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Standorten statt, was sich positiv sowohl beim Systemhandling als auch bei der Service-Abwicklung zeigt.

 

Hohe Modularität der Lösung für BSH sehr wichtig

„Für uns ist vor allem die Modularität der Lösung sehr wichtig, weil somit unsere verschiedenen Standorte unterschiedliche Funktionalitäten von ITM in unterschiedlichen Umfängen nutzen können“, ergänzt René Stüwe, Leiter SCM Warehouse Management bei BSH. „So arbeiten wir in China beispielsweise nur mit der Verladefunktion von ITM – Erweiterungen im Funktionsspektrum wären jedoch mit gewissem Zusatzaufwand jederzeit möglich. Am Standort Cerkezköy (Türkei) setzen wir auf 200 mobilen Datenerfassungsgeräten die ITM-Software mit dem vollen Funktionsumfang und zusätzlichen standortspezifischen Funktionalitäten ein - sowohl in der Distribution als auch ab Ende 2013 in den sechs  dazugehörigen Produktionswerken.

 

ITM - problemlose Anbindung an zahlreiche ERP-Systeme möglich

Bei BSH fungiert SAP WM als überlagertes Lagerverwaltungssystem. Dies ist jedoch generell kein Muss für die ITM-Lösung. Aufgrund seiner freien Schnittstellen-Architektur kann ITM neben SAP an ein WITRON-Lagerverwaltungssystem im Prinzip oder an jedes ERP- beziehungsweise kundenspezifische Lagerverwaltungssystem angebunden werden. Es verfügt des Weiteren über Schnittstellen zu den RF-Terminals aller gängigen Hersteller, stationären PCs (grafische Windows-Oberfläche), Pick-by-Voice- sowie  Pick-by-Light-Systemen, und kann an unterlagerte Fördertechniken angebunden werden. Selbst die Anbindung von Paternostern ist problemlos möglich.

BSH optimiert mit ITM in allen mit SAP/WM betriebenen Lägern sämtliche internen Transportbewegungen seiner Produkte aus dem Bereich Großgeräte beziehungsweise „weiße Ware“ (zum Beispiel Kühlschränke, Herde, Waschmaschinen oder Trockner) sowie die kleineren Haus- oder Küchengeräte (wie Staubsauger, Toaster, Föns oder Kaffeemaschinen) und Zubehörteile. An manchen Standorten laufen auch Ersatzteile zur direkten Belieferung der Techniker beim Kunden vor Ort über das System. Eine automatische Zuteilung der Transportaufträge sorgt für eine gleichmäßige Ressourcenauslastung aller Mitarbeiter, eine Wegeoptimierung navigiert die Staplerfahrer beim Kommissionieren auf dem wirtschaftlichsten Weg durch das Lager.

 

Logistische Besonderheiten bei weißer Ware

Das Geschäft mit großvolumiger weißer Ware bringt einige logistische Besonderheiten mit sich. Vor allem bestehen etwa im Vergleich zu Lager- und Kommissionierbereichen, die ausschließlich mit palettierter Ware umgehen, ganz spezielle Anforderungen an Handling und Equipment. „WITRON kennt diese speziellen Anforderungen in unserem Geschäft schon sehr lange und kann deshalb auch auf kurzfristige Veränderungen reagieren“, sagt Stüwe. „Für uns ist solch ein verlässlicher Partner mit einem über den Zeitverlauf außerdem personell sehr konstant gebliebenen Team an dieser Stelle sehr wichtig.“

Voraussetzung für eine effiziente BSH-Logistik ist beispielsweise das sinnvolle Bilden von sogenannten Klammergruppen, das heißt die zugelassene Kombination verschiedenartiger Produkte in einer homogenen Einheit beim Transport mit speziellen Klammerstaplern. Weitere anspruchsvolle Funktionalitäten sind die Abbildung von gesetzlichen Anforderungen an die Hausgeräte auch im Lagerbereich (welche Anforderungen muss ein Gerät erfüllen, damit es in ein bestimmtes Land geliefert werden darf) sowie die standardisierte Umsetzung von verschiedensten Logistik-Barcodes. „Auch bei solch komplexen Optimierungsaufgaben bieten uns ITM und WITRON eine wertvolle Unterstützung“, sagt Matthias Fait.

 

Wechselseitiges Vertrauen als Basis für die weitere Zusammenarbeit

Mit den aktuellen Projekten in der Türkei (Cerkezköy) und zuletzt Russland (Moskau) geht der gemeinsame Weg weiter. „Für uns bietet diese Internationalisierung auch die Chance, in für uns neuen Märkten langfristig Fuß zu fassen“, sagt WITRON-Projektleiter Dieter Grundler. „Dies betrifft sowohl mögliche Nachfolgeprojekte mit dem bestehenden Kunden BSH als auch den Aufbau lokaler Referenzen für potenzielle Neukunden.“ Das wechselseitige Vertrauen spielt für WITRON bei einer solch engen Partnerschaft wie mit BSH eine ganz entscheidende Rolle. „Das Know-how auf beiden Seiten in Kombination mit der hohen Verlässlichkeit im Umgang miteinander garantieren bestmögliche Ergebnisse“, so Grundler. „Dies wollen wir auch in Zukunft fortführen und unseren Partner BSH in optimaler Art und Weise weiter unterstützen.“ Dafür werden die Funktionalitäten von ITM stetig weiterentwickelt. So wird WITRON 2013 beispielsweise im Bereich der Kleinteile zusätzliche Pick-Methoden wie Pick-by-Light oder Pick-by-Voice in das Produkt integrieren. Diese Lösungen sind dann auch für BSH-Standorte interessant, weil durch die Unterstützung verschiedener Pick-Methoden sowohl die Integration als auch die Steuerung von Materialflüssen über ITM erstmalig möglich wird. Drittsysteme können zu einem großen Teil vermieden werden– gemäß dem BSH-IT-Anspruch „eine Architektur – ein Service“. Auch die Inbetriebnahme geht seit vielen Jahren Hand in Hand. „WITRON realisiert die Funktionalitäten, gemeinsam sind wir vor Ort und führen sie ein“, so René Stüwe. „Die Konsequenz: Schneller Hochlauf und kurze Inbetriebnahmezeiten.“

 

Integration der Lagerdaten in die SAP-Welt

Auf Seiten von BSH will man auch weiterführende Ansätze in enger Abstimmung mit WITRON angehen. „Wir möchten zum Beispiel zukünftig die Daten aus ITM auch in unserem SAP-Modul Business Warehouse (BW) abbilden können“, erklärt Matthias Fait. „Denn die Integration dieser Lagerdaten erlaubt uns die Definition internationaler Kennzahlen (KPIs) sowie lokaler Analysedaten, auf deren Basis sich die Werke intern weiter optimieren können.“ In einem weiteren Schritt wäre sogar eine Vergleichbarkeit der einzelnen Lagerstandorte bezogen auf bestimmte Kennzahlen möglich.

Dass die Chemie zwischen den beiden Logistikpartnern seit mehr als zwei Jahrzehnten stimmt, bestätigt Fait: „Wir vertrauen aufeinander und stemmen auftretende Probleme als eine gemeinsame Projektgruppe - eine gewisse 'Bodenständigkeit' auf beiden Seiten sowie kurze, komprimierte Kommunikationswege lassen uns im Praxisalltag gemeinsam immer wieder die bestmöglichen Lösungen finden.“

 

Autor: Thomas Wöhrle, Fachjournalist, Karlsruhe