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Gartengeräte-Kommissionierung bei GARDENA

Der Gartengerätehersteller GARDENA optimiert seine Logistik- und Kommissionierprozesse mit Hilfe des Dynamic Picking Systems von Witron. Die kompakte aber hochdynamische Anlage für behälterfähige Kleinartikel wurde innerhalb kürzester Zeit in die bestehende Intralogistik integriert und gilt als Highlight der GARDENA-Kommissionierlogistik.

 

Parkstein, 08.05.2007. -  Der Garten genießt in ganz Europa einen hohen Stellenwert als erweiterter Wohn- und Lebensraum. Und jedem Klein- und Hobbygärtner geht das Herz auf, wenn er über Elektro-Lenkmäher, Vielflächenregner oder Gartenduschen spricht. Sie alle stammen aus dem Hause GARDENA und stehen stellvertretend für den nachhaltigen Erfolg des Ulmer Traditionsunternehmens. Mit einer innovativ-einfachen Produktpalette hat sich der Gartengeräte-Hersteller in den vergangenen Jahrzehnten zu einer der bekanntesten Marken Deutschlands entwickelt. Dieser Grundgedanke gilt auch für die Logistik und zeigt sich in Gestalt des Dynamic Picking Systems (DPS), das speziell für die Kommissionierung kleinformatiger Ware integriert wurde.

„Für uns stellt das DPS von Witron die optimale Ergänzung zu den bereits bestehenden Kommissionierprozessen dar“, sagt Peter Fischer, Prokurist der GARDENA Manufacturing GmbH mit Sitz in Ulm. „und es handelt sich mit Sicherheit um das technologisch modernste System innerhalb der GARDENA-Logistik.“ Für den Gartengeräte-Hersteller ist ganz entscheidend, dass Ware stets in den jeweils optimalen Kommissionierbereichen kommissioniert werden kann - volumenmäßig kleine Artikel wie beispielsweise Schlauchkupplungen im DPS, große Artikel wie Rasenmäher in den herkömmlichen Kommissionierbereichen. „Das effiziente Zusammenspiel der einzelnen Kommissioniersysteme mit der zentralen Auftragszusammenführung sorgt für bestmögliche Prozessabläufe“, so Fischer.

 

Kompakte und standardisierte Systemarchitektur

Abgesehen von der Gesamtplanung umfasste der Leistungsumfang von Witron die Projektabwicklung als gesamtverantwortlicher Generalunternehmer, die Implementierung der Lagerverwaltung und Materialflusssteuerung sowie die Lieferung und Montage des automatischen Behälterlagers, der Fördertechnikanbindung und Regalbediengeräte. Im Einzelnen besteht das DPS-Modul aus drei Umpackplätzen, einem Kommissioniergang mit fünf Pickplätzen und 640 Kommissionierkanälen, davon ein erheblicher Teil dynamisch, sowie einem automatischen Behälterlager mit zwei Gassen, je einem Regalbediengerät und insgesamt 8.700 doppelttief belegten Lagerplätzen. Seit Februar 2006 profitiert GARDENA mit dem DPS von maximaler Standardisierung gekoppelt mit hoher Variabilität und Modularität.

 

Hohe Funktionalität bei überschaubarem Invest

Alles in allem ein sehr kompaktes und wirtschaftliches System, das zudem auf Standards basiert: „Mit viel Know-how in der dynamischen Kommissionierung haben wir auf Basis unserer Software-Module ein kleines, standardisiertes Kommissioniersystem entwickelt, das über alle wesentlichen Funktionen unserer bislang mehr als 30 realisierten DPS-Anlagen verfügt“, ergänzt Witron-Projektleiter Hans Schütz. „Der Grundgedanke war, ein für Kleinanwendungen effizientes und kostengünstiges Kommissioniersystem zu entwickeln, quasi ein Einsteigermodell, das sich hervorragend als kompakte "Stand-Alone-Lösung" oder als Ergänzung für bestehende Logistiksysteme eignet. Zudem sollte es leicht erweiterbar sein.“ Weitere Maßgabe bei der Entwicklung des Standard-DPS war, vorhandene Abläufe des Kunden und Software-Funktionen gewinnbringend in das DPS zu integrieren, was ebenfalls zur Senkung der Investitionskosten beiträgt.

 

Pick & Pack mit optimal verdichteten Behältern

Bis zur Inbetriebnahme des DPS kommissionierte GARDENA einen Großteil seiner Artikel aus acht 125 Meter langen „Stollen“ direkt aus dem Paletten-Hochregallager auf Gurtförderbänder. Das hatte zwei große Nachteile: Sehr lange Kommissionierwege und eine intensive Belegung der Bänder. Denn jede gepickte Ware musste einzeln auf das Band gelegt werden. „Im Gegensatz dazu komprimieren wir heute im DPS eine Vielzahl vor allem kleinerer Artikel mit einem Volumen von weniger als fünf Litern in einem Behälter“, erklärt Fischer einen der großen Vorteile der Witron-Komplettlösung. „Das führt zu einer deutlichen Entlastung der Bänder und damit auch im Hochregallager zu einer höheren Leistung. Das Resultat ist letzten Endes eine Prozessoptimierung im gesamten Verpackungsbereich.“ Die Kommissionierung erfolgt nach dem „Pick & Pack-Prinzip“. An den Umpackplätzen werden Leerbehälter gemäß der vom Host-Rechner vorgegebenen Kommissionieraufträge mit Auftragskartons bestückt. Sie durchlaufen anschließend das DPS. Die Kommissionierplätze befinden sich entlang einer Gasse inmitten des automatischen Behälter-Nachschublagers, das fester Bestandteil einer DPS-Systemlösung ist. Jedem Kommissionierplatz sind logisch bestimmte statische und dynamische Pickkanäle zugeordnet. Anhand eines Terminals und mittels Pick-by-Light-Displays wird die Entnahme visualisiert. Über einen Loop sind die Kommissionierplätze miteinander verbunden. Fertig kommissionierte Behälter und Auftragskartons fahren schließlich zu den Rutschbahnen in der Auftragszusammenführung, wo die Packstücke auf die einzelnen Destinationen verteilt werden. Die hierfür notwendigen Daten meldet der Witron-Lagerverwaltungsrechner über das LMS an die Steuerung dieses Anlagenbereichs. Auf diese Weise werden aktuell rund 800 verschiedene Artikel im DPS kommissioniert.

 

Minimale Kommissionierfront, maximale Flexibilität

Als flexible Behälterlösung integriert DPS die Kommissionierung direkt in das automatische Behälterlager und stellt somit sehr kurze Versorgungs- und Wegezeiten sicher. In der 52 Meter langen Kommissioniergasse sind 640 Kommissionierkanäle für niedrigwandige Standardbehälter integriert. Auftragsabhängig werden die dynamischen und statischen Kanäle mit Lagerware befüllt. Die Besonderheit: Wird ein Artikel auf vorhersehbare Zeit nicht mehr benötigt, weist das DPS den Kommissionierer an, den Behälter im Kanal zurückzuschieben. Das Regalbediengerät holt ihn unmittelbar danach dort ab, lagert den Behälter zurück und bestückt den dann geleerten Kanal mit einem neuen Artikel, der in Kürze kommissioniert wird. Auf diese Weise werden nur die Artikel aufgestellt, die tatsächlich benötigt werden, was die Kommissionierfront erheblich verkürzt. In Konsequenz führt das zu einem wesentlich geringeren Platzbedarf für das DPS-Gesamtsystem sowie zu minimalen Kommissionierwegen und einem signifikanten Anstieg der Kommissionierleistung.

 

Flexible Spielräume trotz hohem Standard

Durch den hohen Grad an Standardisierung, den das DPS bietet, konnten bei GARDENA die entscheidenden Inbetriebnahme- und Hochlaufphasen drastisch verkürzt werden. Bereits fünf Wochen nach Beginn der Rechner-Inbetriebnahme nutzte der Gartengeräte-Hersteller das DPS produktiv. Nach weiteren drei Wochen war das DPS vollständig in die Logistikprozesse integriert und erbrachte bereits die geforderten Tagesleistungen. „Wetter- und jahreszeitlich bedingt stiegen die Artikelzahlen in den darauf folgenden zehn Wochen kontinuierlich an. Auch während dieser Phase wurde der geforderte Durchsatz täglich problemlos erreicht“, ergänzt Schütz. „Die Vollständigkeit der Funktionen und die standardisierten technischen Dokumentationen verkürzen die Definitions- und Abstimmungsgespräche bereits während der Planungs- und frühen Projektphasen erheblich. Zudem ermöglicht es der modulare Aufbau, einzelne Funktionsumfänge wie beispielsweise die Wareneingangserfassung oder Auftragskonsolidierung auszugliedern und den bereits vorhandenen Workflow zu nutzen“, so Schütz weiter. „Das DPS ist skalierbar und kann leicht an projektspezifische Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Gebäudetopologie, die Artikelzahl oder die erforderliche Pickleistung angepasst werden. Es ist damit auch skalierbar und zu einem späteren Zeitpunkt erweiterbar.“

 

Fordernder Projektterminplan

Bei GARDENA ist man mit den Ergebnissen der neuen Witron-Systemlösung vollauf zufrieden. „Aufgrund der gegenwärtigen Zahlen ist zu erwarten, dass der geplante Return on Investment (ROI) von knapp zwei Jahren erreicht wird“, bilanziert Fischer. „Kontrollen der Einlager- und Pickzeiten haben bestätigt, dass die in der Planungsphase als Ziele vorgegebenen Zeiten eingehalten beziehungsweise sogar übertroffen werden.“ Die Entlastung des nach wie vor bestehenden Kommissionierbereichs im Hochregallager habe bedingt durch die Inbetriebnahme des DPS ebenfalls zu einer deutlichen Steigerung der Pickleistung geführt. Eine kurze Planungs- und Realisierungsphase, die Inbetriebnahme während der Saison beziehungsweise unmittelbar vor Saisonbeginn und die Integration ohne Beeinträchtigung des laufenden Logistikbetriebs waren laut Fischer die geforderten Projektvorgaben, die Witron zu erfüllen hatte. Fischer war im Vorfeld sehr schnell von der Leistungsfähigkeit des DPS überzeugt: „Ausschlaggebend war, dass Witron einen entsprechend anspruchsvollen Zeitplan einhalten konnte.“

 

Produktivität zweistellig gestiegen

„Trotz der Integration weiterer Direktbelieferungsländer sowie der damit verbundenen Zunahme von Kleinstmengenpicks für bestimmte Kundengruppen konnten wir bezogen auf die vergleichbaren Vorjahresmonate die Produktivität in der Kommissionierung zwischen 16 und 32 Prozent steigern“, zieht Peter Fischer ein ausgesprochen positives Fazit der von Witron schlüsselfertig integrierten DPS-Gesamtlösung. Allein in den vergangenen zwei Jahren hat GARDENA zusätzlich auf eine Direktbelieferung von Fach- und Baumärkten in Italien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden und Belgien umgestellt. Diese starke Konzentration auf das Logistikzentrum Ulm wird in diesem Jahr zu einem weiteren Ansteigen der Kommissionierpicks auf voraussichtlich neun Millionen führen. Mit der nun optimierten Kommissionierlandschaft hat GARDENA aber die Weichen gestellt, um dieses Volumen effizient managen zu können.

 

 

Autor: Thomas Wöhrle, freier Fachjournalist, Karlsruhe.