Be innovative. Be committed. Be successful.

Ehemalige transnationale Azubis blicken zurück: „Auf jeden Fall wieder so machen“

Die Spanier Juan Sahuquillo und Javier Silvestre sowie US-Amerikaner Bryan Moron über wichtige Entscheidungen, ein familiäres Umfeld und wertvolle Erfahrungen

Juan Sahuquillo

Juan Sahuquillo

Javier Silvestre

Javier Silvestre

Bryan Moron

Bryan Moron

Aller Anfang ist schwer. Das stellen Jahr für Jahr die neuen transnationalen Auszubildenden fest, die ihre berufliche Laufbahn bei WITRON in Parkstein beginnen. Fernab von Familie und Heimat, in einem fremden Land, meist ohne jegliche Deutschkenntnisse. Juan Sahuquillo und Javier Silvestre aus Spanien sowie Bryan Moron aus den USA gehörten zu den ersten, die sich auf dieses „Abenteuer“ eingelassen haben. Heute sind sie sehr glücklich über ihre Entscheidung von damals.

Seit dem Jahr 2010 haben 35 Absolventen aus neun verschiedenen Ländern ihre zweijährige, „Transnationale Ausbildung“ zum Industrieelektriker, Fachrichtung Betriebstechnik, bei WITRON erfolgreich abgeschlossen. Heute sind sie für den Logistik-Generalunternehmer in den unterschiedlichsten Bereichen und Ländern tätig. In der Regel kommen die Auszubildenden aus Spanien, den USA, Skandinavien oder England.

Für WITRON sind die transnationalen Azubis nach Abschluss Ihrer Lehre „Brückenköpfe“, wie Personalchef Theo Zeitler sagt. Das Familienunternehmen ist weltweit in mehr als 50 Ländern tätig. „Für uns ist das ein Gewinn, weil sie dann auch etwas von deutscher Kultur und Sprache verstehen und davon, wie WITRON tickt. So schlagen wir eine Brücke in diese Länder“, betont er. „Jede Brücke in ein neues Land ist gleichzeitig auch eine Brücke zu uns in die Oberpfalz. Das bereichert natürlich auch unsere Unternehmenskultur.“ Vor Ort sei es nicht immer einfach, geeignete Fachkräfte zu finden, die auch zum Unternehmen passen. „Das muss aber nicht unbedingt bedeuten, dass sie nach ihrer Ausbildung in ihre Heimat zurückkehren. Einige sind auch bei uns in der Oberpfalz geblieben“, so Zeitler.

So wie Juan, der mittlerweile seit sieben Jahren hier lebt. „Parkstein ist schon ein Teil meines Lebens geworden“, sagt der 32-Jährige, der als SPS-Programmierer für WITRON in Projekten auf der ganzen Welt bei Inbetriebnahmen von automatisierten Anlagen Verantwortung übernimmt. „Ich habe hier einen Job gefunden, der mir Spaß macht und unter den Kollegen auch viele neue Freunde kennengelernt.“

Wirtschaftskrise in Spanien als Treiber

Genau wie für Juan war auch für Javier die Wirtschaftskrise der Hauptgrund für den Abschied aus Spanien. „Bevor ich zu WITRON gekommen bin, hatte ich einen sehr unsicheren Job“, berichtet der 32-Jährige. Trotzdem sei die Entscheidung, nach Deutschland zu gehen, sehr schwer gewesen. „Ich bin ohne Familie in ein fremdes Land gekommen, ohne die Sprache zu können. Ich wusste nicht, was mich erwartet.“

Bryan, der aus den USA nach Parkstein gekommen ist, ging es ähnlich, auch wenn für ihn keine wirtschaftlichen Gründe ausschlaggebend waren. Für ihn fiel die Entscheidung während seines ersten Besuchs in Parkstein. „Die Stimmung in der Firma, das Arbeitsklima und die Herausforderung, in kurzer Zeit eine Ausbildung zu absolvieren, haben mir gut gefallen. Ich wollte eine neue Lebenserfahrung sammeln.“

Während der gesamten Ausbildungsdauer begleitet und unterstützt WITRON die Auszubildenden bestmöglich. „Nur wer sich wohl fühlt, kann gute Leistungen bringen. Die Auszubildenden haben mehrere Ansprechpartner, bei denen sie Hilfe und Rat bekommen können“, erklärt Zeitler. Für Javier gehört die Unterstützung im Rückblick zu den besten Erlebnissen seiner Ausbildung. „Mich hat überrascht, wie eine so große Firma so familiär sein kann.“ Außerdem wohnen die Auszubildenden in den ersten Monaten bei einer Gastfamilie, die ihnen bei der Eingewöhnung in das neue Land in jeder Hinsicht den Weg ebnet.

Sprache als Erfolgsfaktor

Darüber hinaus steht jedem ausländischen Auszubildenden im ersten Jahr ein deutscher Azubi, sowohl während der Berufsschule als auch während der Tätigkeit im Unternehmen, als Tutor zur Seite. Mit intensiven Deutschkursen im Unternehmen wird zudem die sprachliche Integration gefördert.

Neben der fachlichen gilt gerade die sprachliche Weiterbildung bei den jungen Männern als besonderer Mehrwert der Ausbildung. Javier, der mit seiner Ehefrau, die er während seiner Ausbildung kennengelernt hat, schon seit drei Jahren in Augsburg lebt und im OnSite-Team bei EDEKA in Landsberg arbeitet, hat für alle neuen Transnationalen Azubis einen guten Rat: „Man muss versuchen einfach angstfrei deutsch zu reden und sich in die Kultur einbringen - so kommt man am besten zurecht. Und immer offen für Neues sein.“ Bryan ergänzt schmunzelnd: „Ich war bei einem Kunden in Kalifornien und habe bei unserem Helpdesk in Parkstein angerufen und einfach plötzlich alles auf Deutsch erklärt. Die Kollegen waren ganz schön überrascht.“

Der 30-Jährige arbeitet als Trainer und Ersatzteil-Manager wieder in seinem Heimatland USA, genauer gesagt in Denton, Texas, im OnSite-Team bei Target. Und freut sich schon sehr auf seinen nächsten Besuch in Parkstein: „Ich träume schon davon, freue mich auf Leberkässemmeln und ein Weizen“. Der Besuch bei seiner damaligen Gastfamilie gehört bei jedem Aufenthalt in der Oberpfalz natürlich dazu.

Fazit: Gute Entscheidung

Bei einer Frage sind die drei sich einig: Sie würden die transnationale Industrieelektriker-Lehre wieder machen. „Ohne Frage, auf jeden Fall. Einen neuen Beruf, ein neues Land und eine neue Kultur kennen zu lernen bringt dich immer weiter. Ich würde nichts anders machen“, ist sich Javier ganz sicher. „Ich habe sehr viele gute Momente erlebt. Mit so einer Erfahrung wächst man persönlich. Es war eine gute Entscheidung“, zieht Juan ein positives Fazit. Auch Bryan stimmt zu: „Sicher. Auch wenn es manchmal stressig ist. Aber WITRON passt auf seine Leute auf.“

Deshalb wollen sie ihre jungen Landsleute ermutigen, den Schritt zu wagen. „Man muss sich anstrengen und Geduld haben, vor allem am Anfang“, rät Juan allen Nachfolgern. Man müsse sich erst daran gewöhnen, so weit weg von zu Hause zu sein. Javier haben Skype und WhatsApp dabei sehr geholfen. „Deine Familie ist immer da und heutzutage gibt es keine Entfernungen, die man nicht überwinden kann“, so der Spanier. „Aller Anfang ist schwer, jede Ungewissheit macht Angst, aber es lohnt sich."